diaspora – Ein erster Eindruck

Leider hatte ich in den letzten Tagen mehr zu tun als gedacht und bin nicht wirklich dazu gekommen mir diaspora mal genauer anzusehen. Dies konnte ich nun nachholen und möchte hier nun meine ersten Eindrücke teilen.

Quellcode
Ich weiss nicht ob dass vorab bereits erwähnt wurde und ich es irgendwie falsch aufgeschnappt habe, allerdings wurde diaspora in Ruby implementiert. Bislang habe ich mit Ruby leider noch keinen aktiven Kontakt gehabt und es bis heute nicht geschafft mich ernsthaft mit der Sprache auseinander zu setzen. Es gibt einfach zu viel andere Dinge die auf meiner TODO-Liste weiter oben stehen. Ich habe allerdings ein wenig recherchiert und habe neben positiven Meinungen über die Grundidee, auch negative Aspekte gefunden. Hier ein paar Links mit etwas kritischeren Stimmen zu dem Projekt:

Da ich persönlich mit Ruby noch nie gearbeitet habe, kann ich leider die Qualität nicht selbst beurteilen. Dies sei also einfach mal so dahingestellt. Allerdings habe ich an verschiedenen Stellen Stimmen wie die obige gefunden (Why Diaspora will FAIL), welche ähnlicher Meinung sind. Zudem wird darauf hingewiesen dass Ruby on Rails nur sehr schwer bis hin zu gar nicht skalierbar sein wird, sollte Diaspora Facebook ernsthaft Konkurrenz machen und somit Millionen von Benutzern erreichen.

Struktur
Neben Problemen mit Quellcode, finde ich persönlich ebenfalls sehr enttäuschend dass man für Diaspora einen Hosting Anbieter benötigen wird:

We think most people will use some sort of hosting provider to host their seed. This could be a traditional web host, a cloud-based host, an ISP, or a friend.

Und da sehe ich zwei Probleme. Zum einen werden die meisten Benutzer kein Interesse haben irgendwelchen Aufwand zu betreiben und sich um Hosting für ihren Diaspora Client zu kümmern. Warum dann nich bei Facebook bleiben? Die anfängliche Idee der vollen Kontrolle über die eigenen Daten ist dann nicht mehr vollständig korrekt. Es wird für die allermeisten Menschen dann wieder so sein dass man einer „fremden“ Person seine Daten anvertrauen muss, auch wenn die Kontrolle im Grunde bei dem Benutzer selbst bleibt. Mehr Kontrolle wäre es allerdings wenn einfach ein Programm auf dem eigenen Rechner, dem Laptop oder dem Telefon genutzt werden könnte. Dies ist wirklich schade.

Alles in allem finde ich diese Entwicklung ein wenig traurig, nicht weil ich etwas gegen Facebook habe, viel mehr weil ich den Gedanken der hinter Diaspora stand wirklich genial fand. Somit kann man also auf die Zukunft gespannt sein. Vielleicht bewirken die kritischen Stimmen ja auch im konstruktiven Sinne etwas positives. Man kann nur hoffen.